Art. 2  Zum Dienen anstiften


H. Schmider - E. Günther - A. Lachnit - Dr. R. Abele - M. Kress

Kandidaten zur Diakonweihe 2004

1. Hanspeter Schmider, geb. 26.07.1955 in Hinterzarten, verheiratet, zwei Kinder, stellvertretende Leitung im OP - HNO UKF Freiburg. Diakonatskreis Neustadt, Pfarrei Christkönig Titisee, Schwerpunkt: Krankenpastoral, Trauerarbeit.

2. Ekkehard Günther, geb. 19.06.1946 in Konstanz, verheiratet, zwei Kinder, Arbeitsvermittler BA für Arbeit. Diakonatskreis Villingen, Pfarrei St. Kilian, Wolterdingen, Schwerpunkt: Altenarbeit, Begleitung Krebskranker.

3. Albert Lachnit, geb. 09.03.1956 in Nürnberg, verheiratet, vier Kinder, Studienrat. Diakonatskreis Mannheim (Gruppe B), Pfarrei St. Bonifatius, Mannheim-Friedrichsfeld, Schwerpunkt: Besuchsdienste, Trauerpastoral.

4. Dr. Raimund Abele, geb. 04.08.1955 in Freiburg, verheiratet, zwei Kinder, Chemiker. Diakonatskreis Kraichgau, Pfarrei St. Martin, Spechbach, Schwerpunkt: Alten- und Krankenpastoral, Sakramentenvorbereitung.

5. Michael Kress, geb. 29.02.1964 in Karlsruhe, verheiratet, zwei Kinder, Vertriebsleiter. Diakonatskreis Rastatt, Pfarrei St. Andreas, Au am Rhein, Schwerpunkt: Krankenbesuchsdienst, Familienpastoral.



An diesem Sonntag findet in Bad Dürrheim die Weihe der Ständigen Diakone statt.

Am Christkönigsonntag, 21. November, werden in der Pfarrkirche St. Johann in Bad Dürrheim fünf Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. In ihren Pfarreien werden sie zukünftig vornehmlich in den Bereichen der Kranken-, Trauer- und Altenpastoral tätig sein.

 

Wenn Weihbischof Paul Wehrle an diesem Sonntag in der Pfarrkirche St. Johann in Bad Dürrheim fünf Männer zu Ständigen Diakonen weiht, dann ist dies gleichzeitig der 40. Jahrestag der Entscheidung des Zweiten Vatikanischen Konzils, die diesem Dienst den Weg bereitete: Mit 2151 Ja- und lediglich fünf Neinstimmen beschlossen die Konzilsväter am 21. November 1964 die Wiedereinführung des Ständigen Diakonats. Im Erzbistum Freiburg wurden im Jahr 1970 die ersten acht verheirateten Männer vom damaligen Erzbischof Hermann Schäufele zu Diakonen geweiht. Seither haben sich in 37 Diakonatskreisen 224 Bewerber auf die Weihe vorbereitet. Die meisten arbeiten ehrenamtlich mit Zivilberuf. 18 Diakone sind bereits gestorben, unter ihnen wichtige Wegbereiter wie Hannes Kramer, der bereits 1951, also lange vor dem Konzilsbeschluss in Freiburgeinen Diakonatskreis gründete.

Diakone formen caritative Gemeinschaften

Es gehörte von Anfang an zum Selbstverständnis der Diakone, durch ihren Dienst die untrennbare Verbindung zwischen dem Glauben an Gott und der Zuwendung zum Menschen zu unterstreichen. Und doch muss der Diakonat immer neu als eigenständiger Dienst profiliert werden. Das gilt gerade in Zeiten des Priestermangels, in denen sich Diakone ebenso wie andere kirchliche Dienste immer wieder in der Situation sehen, sozusagen „ersatzweise“ Aufgabenbereiche des Pfarrers weiterzuführen und dessen Rolle zu übernehmen. Klemens Armbruster, der bischöfliche Beauftragte für den Ständigen Diakonat im Erzbistum Freiburg, weist im Zuge der Beschreibung des Berufsbildes der Ständigen Diakone zum einen auf deren Aufgabe, caritative Gemeinschaften zu formen. Gerade weil sich viele Menschen in Krankheit und Not zurückziehen, gehe es für den Diakon darum, zusammen mit anderen eine Brücke zu schlagen, Kontakte zu knüpfen und zu helfen, wo es Not tut.

Wo es keine Gruppen für die betroffenen Menschen gebe, sei

es das Anliegen der Diakone, solche Gruppen aufzubauen, so Armbruster. „Diakone stiften Gemeinschaft.“ Freilich entspricht es dem Profil des Ständigen Diakons, dass er in diesem Dienst am Nächsten Zeugnis gibt von seiner eigenen Beziehung zu Jesus Christus und von der Nähe Gottes im Leben jedes Menschen. Zudem feiern die Diakone auch Liturgie – beispielsweise bei der Feier der Taufe oder der kirchlichen Trauung. Immer sind diese gottesdienstlichen Handlungen auch verbunden mit der Begleitung der betroffenen Menschen. Dazu zählt auch und gerade die Nähe zu den Trauernden und Sterbenden

Diakonisches Tun lässt die Nächstenliebe konkret werden

Durch seine Mitwirkung bei der Eucharistiefeier steht der Diakon überdies für die Verbindung zwischen Gottesdienst und Alltag – dafür, dass die Gemeinschaft im Alltag und die Gemeinschaft im Gottesdienst „zwei Seiten einer Medaille“ sind, wie es in der Beschreibung des Berufsbildes heißt. Da fast alle Ständigen Diakone verheiratet sind und Kinder haben, leben sie auch selbst in Gemeinschaft. Außerdem gehören sie jeweils einem Diakonatskreis an, in dem sich Diakone und ihre Ehefrauen einmal im Monat treffen. Wolfgang Spitznagel, der Sprecher der Ständigen Diakone im Erzbistum Freiburg, bezeichnet in einem Brief an die Weihekandidaten das „Dienen“ als Maßstab für das Wirken der Diakone. In einer Zeit, in der viele Menschen das Vertrauen in die Kirche verloren hätten, brauche es Menschen, die durch ihr diakonisches Tun die Nächstenliebe konkret werden lassen. „Sie dürfen dem Menschen nahe sein, wo er nach dem Leben, der Menschwerdung, nach Versöhnung und Heilwerden fragt“, so Wolfgang Spitznagel. „Sie dürfen begleiten in Sorgen und Nöten, in Hoffnungen und Freuden, mit der Gabe, die Ihnen, jedem Einzelnen, geschenkt ist, damit sie dem anderen nutzt und dem Aufbau der Gemeinde dient.“

Hinweis

Die Weihe der Ständigen Diakone findet an diesem Sonntag, 21. November, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Johann, Bad Dürrheim, statt. Der Gottesdienst bildet den Abschluss der mehrjährigen Ausbildung der Kandidaten sowie deren ständige und endgültige Indienstnahme als Diakon. An einem der darauf folgenden Sonntage feiern die neu geweihten Diakone jeweils auch in ihren Heimatgemeinden einen festlichen Gottesdienst.



Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe des Konradsblatts vom 21. November 2004; Autor: Michael Winter