Art. 8  Ruf - Beruf - Berufung


Hanspeter Schmider - Im Dachoratorium seines Hauses

Hanspeter Schmider - Diakon in der Christkönigspfarrei Titisee.

 

Als Diakon in der Christkönigspfarrei Titisee hat Hanspeter Schmider seine Berufung und Lebensaufgabe gefunden. Wie einst Maria und Josef, die vor 2011 Jahren in Bethlehem auf Herbergssuche gingen, hat sich auch Hanspeter Schmider auf den Weg gemacht und in seiner Berufung als Diakon in der katholischen Christkönigspfarrei Titisee seine ganz persönliche Herberge gefunden. Es sind die Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, die Bedürftigen, Kranken und Trauernden, um die sich die Diakone annehmen. Zum Diakon können in der katholischen Kirche nur Männer geweiht werden. Sie dürfen außer der Eucharistie, der Beichtabnahme und der Krankensalbung, sämtliche Aufgaben in der Kirchengemeinde übernehmen. Als Lehrer an der Akademie für Medizinische Berufe am Universitätsklinikum Freiburg und langjähriger Krankenpfleger hat er zu den Schwerkranken eine ganz besondere Beziehung. So ist der Krankenbesuchs-dienst ein Schwerpunkt seiner Aufgaben.

Auch die Trauerpastoral mit einfühlsamen Gesprächen, Mitgestaltung der Trauerfeierlichkeiten, unter anderem als Kantor, Lektor oder Leiter einer musikalischen Gruppe liegt ihm sehr am Herzen. Sein großer Wunsch, momentan noch eine Vision, ist für ihn der Aufbau einer professionellen Trauer-Nachsorgegruppe, die sich um Hinterbliebene und Trauernde kümmert.

Der ehrenamtlich tätige Diakon, der als äußerliches Zeichen die Stola während der Gottesdienste quer über Brust und Rücken trägt, engagiert sich außerdem in der Firmvor-bereitung, geistlichen Kirchenführungen, Diavorträge, als talentierter Musiker bei kirchlichen Festen, sowie in der Jugendarbeit. Die gute Harmonie zwischen Pfarrer Johannes Herrmann und dem Diakon wird auch bei der Gestaltung der Heiligen Messen in der Christkönigskirche und bei Hochfesten in der gesamten Seelsorgeeinheit spürbar. Dass er einmal in der Christkönigskirche predigen würde, hat sich der junge Titiseer, der praktisch neben der Kirche aufgewachsen ist, ganz bestimmt nicht träumen lassen. Wenn er auch gerne in die Kirche ging und mit Pfarrer Walter Josef einen herzlichen Kontakt hatte, war er keineswegs ein Musterknabe gibt er schmunzelnd zu, für ihn standen Musik, seine Band und der Basketball an erster Stelle. Doch Mitte der 90-er Jahre musste er eine schwere Lebensprüfung überstehen. „In dieser Zeit trat Gott in mein Leben, es hat „Klick“ gemacht und ich habe einen neuen, spirituellen Weg eingeschlagen“, erzählt er. Hierbei hat er auch ein Gelübde abgelegt, nämlich dem Herrn eine Kapelle zu bauen. Dieses Dachoratorium hat seinen Platz im Giebel seines Hauses gefunden und ist nur über eine steile Treppe erreichbar. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit konnte Pfarrer Eberhard Murzko die kleine Hauskapelle im November 1997 einweihen.



Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe des Hochschwarzwald Kurier vom 21. Dezember 2011; Autorin: Monika Hofmeier